Trends bis 2020 – die Zukunft der Lerntechnologien

Jedes neue Jahr bringt typischerweise Vorhersagen über enorme Entwicklungen in den Lerntechnologien. In der Realität gewöhnten sich Lerner langsamer als erwartet an neue Technologien. Das könnte sich ändern, wenn Microsoft den HR-Technologiebereich ins Visier nimmt: „Die DNA von Microsoft konzentriert sich nun auf die Förderung, Entwicklung und Inspiration von Menschen“, so Josh Bersin, HR-Talent- und Lernanalytiker, der davon ausgeht, dass Microsoft einen großen Einfluss auf die Lerntech-Landschaft haben wird.

Gegenwart und Zukunft

Um die Lücke zwischen den Prognosen und der Realität zu schließen hat Towards Maturity dargelegt, was Lerntechnologieexperten tatsächlich umsetzen, nicht nur, worüber sie sprechen. Siebenhundert Lerner haben ebenfalls an der Health-Check-Umfrage von Towards Maturity teilgenommen, in der sie aufzeigten, welche Lerntechnologien sie heute einsetzen oder bis 2020 einsetzen möchten. Die Umfrage wurde entwickelt um drei Bereiche zu betrachten:

  • kontinuierliches Lernen (Werkzeuge zur Unterstützung des Lernens während der Arbeit)
  • inhaltliche Unterstützung (Werkzeuge, die die Anwendung des Trainings unterstützen können, wenn Teilnehmer wieder an die Arbeit gehen)
  • das Durchführen von Trainings

Was die Trainingsangebote betrifft, so plant eine überwältigende Mehrheit der Befragten (93%) die Nutzung von Online-Live-Learning (das könnte Einzel- oder Gruppentrainings beinhalten), 87% planen den Einsatz von E-Learning und 70% den Einsatz von Mobile Learning.

Was wollen Arbeitnehmer?

Towards Maturity hat führ ihren Bericht „How modern workers learn in 2019“ ebenfalls 10.000 Arbeitnehmer befragt. Auf die Frage, wie sie am liebsten lernen, antwortete die große Mehrheit der Arbeitnehmer aller Altersgruppen (94%), dass sie es vorziehen, in ihrem eigenen Tempo zu lernen. Etwas mehr als die Hälfte (57%) der Arbeitnehmer aller Altersgruppen bevorzugten das Lernen am Einsatzort bzw. Arbeitsplatz. Interessanterweise bevorzugten mehr Arbeitnehmer über 50 Jahre (62%) das Lernen am Einsatzort bzw. Arbeitsplatz, als jüngere Arbeitnehmer unter 30 Jahren (50%).

Laut Bersin kommt hier Microsoft ins Spiel: “ Wir glauben, dass Microsoft im HCM-Bereich (Human Capital Management) erfolgreich sein kann. Die HR-Technologie bewegt sich weg vom Backoffice und hin zu den Mitarbeitern, „in den Arbeitsablauf… Denken Sie an die Anforderungen der Front-Office-Mitarbeiter (Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistung). Sie benötigen die gleiche Art der Personal- und Lernprogramme, die auch Büroangestellte benötigen. Oft haben sie aber keine Schreibtische. Die Produkte von Microsoft können diesen Mitarbeitern eine breite Palette von mobilen und unternehmensweiten Anwendungen bereitstellen.“

Was erwarten die Digital Natives?

Einige User haben erklärt, dass jüngere Arbeitnehmer von Lerntechnologien unbeeindruckt sind. Als Digital Natives erwarten sie einfach die neuesten Technologien am Arbeitsplatz. Tatsächlich scheint das nach den Ergebnissen der Towards Maturity Umfrage nicht zu stimmen. Der Großteil der jungen Arbeitnehmer sagten, sie seien „begeistert, Technologie zu nutzen“ als ältere Arbeitnehmer. 87% gegenüber 68% der Arbeitnehmer über 50 Jahre, stimmten dieser Aussage zu. Unternehmen, die das Lernen mit der neuesten mobilen und Live-Online-Lerntechnologie modernisieren, können so mit einem höheren Maß an Engagement und Lerneffektivität rechnen.

Mobiles Lernen als Schlüssel für die Weiterbildung

Die Financial Times und die IE Business School Corporate Learning Alliance haben ihren Hut in den Ring geworfen. Ihre Prognosen für das Lernen und die Entwicklung im Jahr 2019 sagen voraus, dass mobiles Lernen der Schlüssel für die Weiterbildung des mittleren Managements sein wird. In einer Pressemitteilung heißt es dazu: „Da Smartphones immer leistungsfähiger werden – und größere Bildschirme haben – wird dieses Frontend des personalisierten Lernens einen Teil des Drucks aus den Weiterbildungsabteilungen nehmen und den Endverbrauchern mehr Kontrolle geben.

Die Lerntechnologie-Community hat im vergangenen Jahr viele Diskussionen über die Förderung des eigenverantwortlichen Lernens geführt, statt Content von traditionellen Learning Management Systemen weiterzugeben. Zukunftsorientierte Experten suchen nach Möglichkeiten, es den Lernenden zu ermöglichen, ihre eigenen Lerninhalte zu erstellen und zu verwalten. Towards Maturity lieferte klare Hinweise darauf, dass sich dieser Trend fortsetzt. Fast jeder fünfte (19%) Lernende nutzt heute Hilfsmittel zur Qualitätssicherung, gegenüber den 5% vor zwei Jahren. Dies ist ein Bereich, in dem Lernprofis das größte Wachstum erwarten, nämlich ein Wachstum zwischen 90% und 190% bis 2020.

assessing training needs

Tools und Technologien reichen nicht aus

Zu Beginn des Jahres 2019 ist klar, dass Lerner sehr empfänglich für den Einsatz neuer Lerntechnologien sind, um das Lernen und ihre Arbeit zu verbessern. Doch Werkzeuge und Technologien reichen nicht aus. Auf die Frage „Was ist am nützlichsten, um Ihnen beim Lernen zu helfen“, gingen die ersten drei Antworten überhaupt nicht auf die Technologie ein. 91% der Teilnehmer gaben an, dass ihnen das Miteinander am meisten helfen würde. 81% nannten die Unterstützung von Führungskräften und 70% sagten, dass Mentoring und Coaching ihnen helfen würde. Und die Lernenden sind immer noch nicht in der Lage, hilfreiche Lerninhalte zu finden – ein Drittel der Mitarbeiter wird durch einfallslose Inhalte irritiert und fast ein Drittel der Befragten kann nicht das finden, was sie wirklich suchen.

Darüber hinaus wird die Einführung der neuesten Lerntechnologien nur im Rahmen einer umfassenderen Lernstrategie, die einen kulturellen Wandel hin zu einem eigenverantwortlichen Lernen unterstützt, wirklich effektiv sein. Das gilt insbesondere dann, wenn ein Unternehmen versucht, Soft Skills und Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern. Die Bereitstellung von Tools die helfen sollen Soft Skills am Arbeitsplatz zu trainieren, wird einen großen Beitrag zur Gestaltung von flexiblen und anpassungsfähigen Mitarbeitern leisten und Unternehmen auf Augenhöhe mit leistungsfähigen Mitbewerbern bringen.

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