Sie können Geschäftsbeziehungen stärken oder zerstören und damit über den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens entscheiden: Verhandlungen. Das Harvard-Konzept, auch bekannt als „Interessenorientiertes Verhandeln“, hat die Art und Weise revolutioniert, wie Berufstätige aller Art mit tatsächlichen oder potenziellen Konflikten umgehen und für alle Seiten vorteilhafte Vereinbarungen treffen.

Harvard-Konzept führt zu mehr Produktivität

Dieser Artikel wirft einen detaillierten Blick auf das Harvard-Konzept, seine Geschichte, seine Grundprinzipien, seine Anwendung im Arbeitsumfeld und wie professionelles Coaching Ihnen helfen kann, ein Profi dieser Methode zu werden.

Inhalt

Die Entstehung des Harvard-Konzeptes

Die Ursprünge des Harvard-Konzeptes gehen auf einen entscheidenden Moment im September 1978 zurück, als unter Präsident Jimmy Carter das Camp David-Abkommen ausgehandelt wurde. Um diese entscheidenden Verhandlungen zum Erfolg zu führen, wurden zwei Harvard-Forscher, Roger Fisher und William Ury, beauftragt, Schlüsselelemente für erfolgreiche Verhandlungen herauszuarbeiten.

Ein Jahr später wurde das Harvard Negotiation Project ins Leben gerufen, um die Praxis der Verhandlungsführung weiter zu verbessern. Das Jahr 1981 markiert einen wichtigen Wendepunkt: Fisher und Ury veröffentlichten ihr Buch „Getting to Yes“, in dem das Konzept der Verhandlungsführung detailliert beschrieben wird. Das Buch wurde weltweit über fünf Millionen Mal verkauft und ist zu einem unverzichtbaren Nachschlagewerk für alle geworden, die geschickt und erfolgreich verhandeln möchten, wie etwa Vertriebsmitarbeiter:innen.

Die Grundlagen des Konzepts

Das Harvard-Konzept basiert auf einer Reihe von Schlüsselprinzipien, die darauf abzielen, Verhandlungen zu einer Win-Win-Erfahrung zu machen.

Die zehn grundliegenden Prinzipien lauten:

  1. Baue Vertrauen auf, aber ruhe dich nicht darauf aus.
  2. Behandle den anderen wie dich selbst.
  3. Manchmal kann man nachgeben, ohne sich selbst zu schaden.
  4. Man kann einander auch helfen, ohne nachzugeben.
  5. Eine Beziehung ist unbezahlbar, trenne Persönliches von Sachlichem.
  6. Kümmere dich zuerst um Beziehungsfragen und dann um Sachfragen.
  7. Setze dich mit den Ideen anderer auseinander, bevor du eine Entscheidung triffst.
  8. Vermeide Rache, nutze stattdessen die Stärke des anderen.
  9. Emotionen können sowohl Hindernisse als auch starke Verbündete sein.
  10. Bereite im Voraus einen Plan B vor.

Viele dieser Prinzipien gelten auch für eine erfolgreiche Mitarbeiterführung.

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Anwendung des Harvard-Konzepts im Unternehmensumfeld

Das Harvard-Konzept hat ein breites Anwendungsfeld in der Geschäftswelt – es ist nicht nur auf Vertriebsteams beschränkt, auch Personalverantwortliche und L&D-Profis können von diesem Ansatz profitieren, um Konflikte zu lösen, Verträge auszuhandeln oder die zwischenmenschlichen Beziehungen in der Organisation zu verbessern. Die Anwendung dieser Prinzipien kann ein harmonisches und kooperatives Arbeitsumfeld schaffen und gleichzeitig Verhandlungsergebnisse maximieren.

Vorteile des Harvard-Konzepts für Management und HR

Das Harvard-Konzept bietet mit den 10 Prinzipien der Zusammenarbeit, des gegenseitigen Verständnisses und der Suche nach kreativen Lösungen viele Vorteile für das Management und das Personalwesen eines Unternehmens. Im Folgenden erfahren Sie, wie das Harvard-Konzept die 2 Schlüsselbereiche eines Unternehmens beeinflussen kann.

1. Konfliktmanagement optimieren

Konflikte sind in der Arbeitswelt unvermeidlich – mit Hilfe des Harvard-Konzepts können sie jedoch konstruktiv bewältigt werden. Manager:innen und HR-Expert:innen können die Prinzipien anwenden, um Konfliktparteien dabei zu helfen, sich auszudrücken, die Bedürfnisse und Anliegen der anderen Seite zu verstehen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die für alle Beteiligten vorteilhaft sind. Dies schafft ein harmonischeres Arbeitsumfeld, reduziert Spannungen und fördert die Zusammenarbeit.

2. Zwischenmenschliche Beziehungen stärken

Personalfachleute und Führungskräfte sind im Unternehmen häufig mit zwischenmenschlichen Herausforderungen konfrontiert. Das Harvard-Konzept fördert eine offene und einfühlsame Kommunikation, die dazu beiträgt, die Beziehungen zwischen allen Mitarbeiter:innen zu verbessern. Mit Hilfe dieses Ansatzes können Manager:innen ihren Teammitgliedern helfen, einander besser zu verstehen, Missverständnisse zu klären und berufliche Bindungen zu stärken.

3. Vertragsverhandlungen erfolgreich führen

Vertragsverhandlungen sind ein integraler Bestandteil der Arbeit von HR-Expert:innen und Führungskräften. Durch die Anwendung der Prinzipien des Harvard-Konzeptes sind sie besser in der Lage, Vereinbarungen auszuhandeln, die dem Unternehmen nützen und gleichzeitig gute Beziehungen zu den Geschäftspartner:innen aufrechterhalten. Die Suche nach gemeinsamen Interessen und die kreative Suche nach Lösungen führen zu faireren und nachhaltigeren Vereinbarungen.

4. Kooperative Führung leben

Das Harvard-Konzept fördert kooperative Führung – ein Ansatz, der in der Geschäftswelt zunehmend gefragt ist. Führungskräfte und HR-Expert:innen können als Vorbilder dienen, indem sie in ihrer Interaktion mit Teams einen kooperativen Ansatz verfolgen. Dies fördert ein Klima des Vertrauens und des Respekts im Unternehmen, das wiederum die Mitarbeiter:innen dazu anregt, effektiver zusammenzuarbeiten.

Welche Führungsstile gibt es noch? Verschaffen Sie sich einen Überblick mit dieser Infografik!

5. Personalmanagement stärken

HR-Fachleute nutzen das Harvard-Konzept, um Leistungen für Mitarbeiter:innen auszuhandeln, personalrelevante Probleme zu lösen und gewerkschaftliche Beziehungen zu managen. Durch die Anwendung dieser Prinzipien können sie