In Zeiten des Fachkräftemangels, den laut einer Umfrage des ifo-Instituts* 87 % der Unternehmen als eine der drängendsten Herausforderungen ansehen, sind Unternehmen längst keine passiven Player mehr auf dem Markt. Sie sind vielmehr lebendige Marken mit klar definierten Identitäten und Werten, die sich aktiv selbst vermarkten und bewusst präsentieren müssen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Denn es wird immer schwieriger, Talente zu gewinnen und zu halten. Effektives Employer Branding ist daher der Schlüssel zum Erfolg im Wettbewerb um hochqualifizierte Talente.

Employer Branding Basics

In diesem Artikel finden Sie alles, was Sie über die Grundlagen von Employer Branding wissen müssen: von der strategischen Bedeutung von Employer Branding für ein Unternehmen über die Vorteile und Möglichkeiten bis hin zu Best Practices und warum es sich immer auszahlt, in die Weiterbildung Ihres Teams zu investieren.

Inhalt

Was ist Employer Branding?

Employer Branding ist kein Buzzword. Tatsächlich verbirgt sich dahinter aber eine tiefgreifende Strategie, die die DNA eines jeden Unternehmens prägt. Employer Branding ist mehr als nur ein Instrument des Personalmarketings. Es ist ein gezielter Ansatz, das eigene Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren und dabei die spezifischen Werte und die Identität des Unternehmens hervorzuheben, um das Interesse qualifizierter Talente zu wecken. Gutes Employer Branding baut auf:

  • Strategie: Unternehmen sind mehr als nur Arbeitsplätze; sie sind Organisationen, ein Zusammenschluss von Menschen mit einer Vision und der Ort, an dem die meisten Menschen einen großen Teil ihres Lebens verbringen. Erfolgreiches Employer Branding beginnt mit der Schaffung einer einzigartigen, authentischen Identität. Dazu gehört die Definition von Werten, der Mission und Vision, die nicht nur auf dem Papier stehen, sondern nach innen und außen gelebt werden. Diese strategische Ausrichtung beeinflusst das gesamte Employee Lifecycle Management – von der Rekrutierung über die Einarbeitung bis hin zur langfristigen Bindung.
  • Transparenz und Authentizität: Unternehmen, die ihre Werte, ihre Unternehmenskultur und ihre Ziele transparent kommunizieren, schaffen Vertrauen – die Voraussetzung für die Gewinnung hochqualifizierter Fachkräfte. Authentizität und das ehrliche Vorleben dieser Werte führen zu einer langfristigen Bindung zwischen Unternehmen und Mitarbeiter:innen.
  • Interne Kommunikation: Mitarbeiter:innen sollten nicht nur über die Unternehmenswerte informiert werden, sondern diese auch aktiv mitgestalten können. Eine offene Kommunikation zwischen Management und Team schafft eine positive Unternehmenskultur, die die Motivation der Mitarbeiter:innen steigert.
  • Flexibilität und Wandel: Employer Branding ist keine statische Angelegenheit, sondern bedarf einer kontinuierlichen Anpassung. Unternehmen müssen flexibel auf Veränderungen in Arbeitswelt, Technologie und Gesellschaft reagieren können. Eine agile Employer Branding Strategie ermöglicht es, die Marke kontinuierlich zu verbessern und an aktuelle Entwicklungen anzupassen.

Vorteile und Chancen durch effektives Employer Branding

Effektives Employer Branding bietet Unternehmen diverse Vorteile und Chancen, die weit über das eigentliche Recruiting hinausgehen. Eine kluge Investition in Employer Branding ermöglicht:

  • Die Gewinnung hochqualifizierter Talente: Gutes Employer Branding wirkt wie ein Magnet auf Talente. Relativ logisch, aber mal ehrlich: Wer will schon für ein Unternehmen arbeiten, das einen schlechten Ruf hat? Fehlende Weiterbildungsmöglichkeiten, eine negative Atmosphäre im Team, schlechte Bezahlung – das sind nur einige Beispiele für Faktoren, die den Ruf eines Unternehmens schädigen können. Hochqualifizierte Talente suchen Unternehmen, die nicht nur finanzielle Anreize, sondern auch ein inspirierendes Arbeitsumfeld und Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Effektives Employer Branding (das über den traditionellen Obstkorb hinausgeht) weckt das Interesse der Talente, die Ihr Unternehmen braucht, um seine Ziele zu erreichen.
  • Mehr Mitarbeiterbindung und -zufriedenheit: Starkes Employer Branding schafft nicht nur Anreize, um talentierte Mitarbeiter:innen zu gewinnen, sondern fördert auch deren Bindung und Zufriedenheit. Mitarbeiter:innen, die sich mit den Unternehmenswerten identifizieren und diese nach innen und außen leben, bleiben länger im Unternehmen und tragen positiv zum Betriebsklima bei. Das Ergebnis? Mehr Motivation, mehr Leistungsbereitschaft, mehr Produktivität.
  • Positive Wirkung auf das Unternehmensimage: Gutes Employer Branding wirkt sich nicht nur positiv auf die Einstellung der Belegschaft, sondern auch auf das Image des Unternehmens aus. Ein Unternehmen, das sich um seine Mitarbeiter:innen kümmert und eine gesunde Arbeitskultur lebt, wird auch von Kunden und Geschäftspartnern positiv wahrgenommen. Dies stärkt das Image des Unternehmens von allen Seiten und fördert die Beziehungen zu Geschäftspartnern.
  • Langfristige Kostenersparnis: Auf den ersten Blick mögen Investitionen in Employer Branding als Ausgaben erscheinen, langfristig tragen sie jedoch zur Kostenersparnis bei, denn durch eine starke Mitarbeiterbindung und geringe Fluktuation im Team sinken die Kosten für die Rekrutierung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen.

Beispiele für gutes Employer Branding

Auf dem Weg zur eigenen Employer Branding-Strategie kann man sich von anderen Unternehmen inspirieren lassen. Die folgenden drei Best Practices zeigen, dass Employer Branding in unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen erfolgreich umgesetzt werden kann.

  1. Google – innovativ und mitarbeiterorientiert: Google ist weltweit für seine innovative Unternehmenskultur bekannt. Der Suchmaschinengigant hat nicht nur ein positives Arbeitsumfeld geschaffen, sondern fördert auch Projekte, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter inspirieren. Das Unternehmen setzt auf Kreativität und Eigeninitiative, was zu einer starken Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an die Marke führt. Gerade wenn es darum geht, Neues auszuprobieren und kalkuliert Risiken einzugehen, ist Google ein positives Beispiel. Wer seinen Mitarbeiter:innen so viel Vertrauen entgegenbringt, macht sich zu einem unwiderstehlichen Arbeitsplatz für Talente.
  2. IKEA – Inklusion und Vielfalt: IKEA, der weltbekannte Möbelhersteller und Einzelhändler, hat eine Arbeitgebermarke geschaffen, die Vielfalt und Inklusion betont. Das Unternehmen setzt auf eine integrative Kultur, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unabhängig von ihrem Hintergrund und ihrer Erfahrung geschätzt werden. IKEA betont nicht nur die Vielfalt innerhalb der Belegschaft, sondern beteiligt sich auch an sozialen Projekten, um einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Vor allem in Schweden gilt IKEA als besonders attraktiver Arbeitgeber aufgrund der Mission, sozialen Werte, einem besonders guten Weiterbildungsangebot, Jobsicherheit und einem angenehmen Arbeitsklima, das eine ausgeglichene Work-Life-Balance der Belegschaft ermöglicht.
  3. Salesforce – Mitarbeiterentwicklung und soziales Engagement: Salesforce, ein führendes Unternehmen im Bereich Customer Relationship Management, legt großen Wert auf die kontinuierliche Weiterentwicklung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen investiert stark in Aus- und Weiterbildungsprogramme, die nicht nur die fachlichen Kompetenzen verbessern, sondern auch die Mitarbeiterbindung stärken. Darüber hinaus engagiert sich Salesforce in sozialen und ökologischen Projekten und positioniert sich damit nicht nur als wirtschaftlicher Akteur, sondern auch als sozial verantwortliches Unternehmen.

Die Beispiele zeigen, dass erfolgreiches Employer Branding auf Personalentwicklung, sozialem Engagement, Vielfalt und Innovationsbereitschaft basieren kann. Unternehmen können diese Prinzipien individualisieren und integrieren, um eine einzigartige Arbeitgebermarke zu schaffen, die genau die Talente anzieht, die sie suchen.

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Der ROI von Employer Branding

Investitionen in Employer Branding zahlen sich langfristig aus: Eine detaillierte Analyse des Return on Investment (ROI) zeigt, dass starkes Employer Branding nicht nur die besten Talente anzieht, sondern auch die Gesamtleistung der Belegschaft und den Wert des Unternehmens steigert.

  • Geringe Kosten: Ein messbarer Aspekt des ROI von Employer Branding ist die Effizienz im Rekrutierungsprozess. Eine starke Arbeitgebermarke führt dazu, dass sich qualifizierte Bewerber:innen proaktiv für Stellen im Unternehmen interessieren. Dies reduziert die Kosten für externe Rekrutierungsmaßnahmen und beschleunigt den Auswahlprozess.
  • Keine Fluktuation: Investitionen in Employer Branding haben einen direkten Einfluss auf die Mitarbeiterbindung und damit auf die Senkung der Fluktuation. Mitarbeitende, die sich mit den Unternehmenswerten identifizieren, bleiben länger im Unternehmen, was die Einarbeitungskosten für neue Mitarbeitende senkt und die Erfahrung und Kontinuität im Team erhöht.
  • Jede Menge Produktivität und Qualität: Positives Employer Branding trägt zu motivierten und engagierten Mitarbeiter:innen bei. Und motivierte Mitarbeiter:innen sind produktiver und leisten bessere Arbeit. Mitarbeiter:innen, die sich sicher fühlen, trauen sich eher, Neues auszuprobieren, kalkulierte Risiken einzugehen und Fehler zu machen, aus denen sie selbst und das gesamte Team lernen kann.
  • Anziehung erstklassiger Talente: Die Qualität der Mitarbeiter:innen wirkt sich direkt auf den Unternehmenserfolg aus. Ein talentiertes Team ist in der Lage, innovative Ideen zu generieren und zur Weiterentwicklung des gesamten Unternehmens beizutragen.
  • Harmonische Unternehmenskultur: Gelebtes Employer Branding trägt zu einer Kultur bei, in der sich alle wohl fühlen. Mitarbeitende, die sich mit den Werten und der Vision des Unternehmens identifizieren, tragen zu einem harmonischen Arbeitsumfeld bei. Dies wirkt sich positiv auf die Zusammenarbeit, die Kreativität und den Teamgeist aus.

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Sprachenlernen

In einer globalisierten Geschäftswelt, in der Unternehmen mit verschiedenen Kulturen und Sprachen interagieren, wird die Bedeutung von Sprachkenntnissen immer wichtiger. Spachtraining ist nicht nur eine Investition in die persönliche und berufliche Entwicklung der Arbeitnehmer:innen, sondern spielt auch eine Schlüsselrolle beim Aufbau einer starken Arbeitgebermarke. Denn Arbeitnehmer:innen wollen ihr Humankapital optimieren, und dazu zählt auch das Beherrschen mehrerer Sprachen. Mehrsprachigkeit…

… steigert den internationalen Marktwert: Die Fähigkeit, mehrere Sprachen zu beherrschen, steigert den internationalen Marktwert einer Arbeitskraft erheblich. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in verschiedenen Sprachen effektiv kommunizieren können, erleichtern nicht nur die interne Zusammenarbeit, sondern tragen auch zur Stärkung der externen Geschäftsbeziehungen bei.

… ermöglicht effektive interne Kommunikation: Sprachen fördern nicht nur die Kommunikation nach außen, sondern verbessert auch die interne Kommunikation – vor allem in einem internationalen Umfeld. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in mehreren Sprachen klar und präzise ausdrücken können, tragen zu einer effektiveren Zusammenarbeit bei. Zudem stärkt es das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, was wiederum den Aufbau stärkerer Beziehungen fördert.

… fördert Vielfalt als Teil der Unternehmenskultur: Der Einsatz von Sprachentraining zeigt auch das Engagement eines Unternehmens für Vielfalt und Integration. Eine mehrsprachige Belegschaft spiegelt die kulturelle Vielfalt wider und unterstreicht die Offenheit des Unternehmens für unterschiedliche Perspektiven. Dies trägt zu einer positiven und integrativen Unternehmenskultur bei.

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