Quiet Quitting und schlechte Führung:
7 Tipps um beides zu verhindern

Quiet quitting

Arbeiten um zu leben oder leben um zu arbeiten?

Quiet Quitting (zu Deutsch “stilles Kündigen”) bezeichnet ein Phänomen, dass Mitarbeitende dazu bewegt, sich von ihrer Arbeit zurückziehen und nur das Nötigste zu leisten, um nicht entlassen zu werden. Für viele Unternehmen – und insbesondere für Führungskräfte – ist das ein wachsendes Problem.

Quiet Quitting: Was hat es damit auf sich? 

Aber wie genau sieht Quiet Quitting  aus und welche Motivation stecken dahinter? Zaid Khan, ein Ingenieur der Generation Z, hat einen TikTok-Beitrag gepostet, in dem er seine Meinung dazu kundtut: “Ich habe vor Kurzem den Begriff Quiet Quitting kennengelernt, bei dem man nicht direkt seinen Job kündigt, sondern die Idee aufgibt, über sich hinauszuwachsen”, sagt Khan. „Man erfüllt immer noch seine Pflichten, aber man unterwirft sich nicht mehr der Mentalität der Hustle-Kultur, in der lange Arbeitszeiten, harte Arbeit und ständiger Erfolgdruck alltäglich sind und die Arbeit den größten Lebensinhalt darstellt. Denn in Wirklichkeit ist das nicht der Fall. Und Ihr Wert als Mensch wird nicht durch Ihre Arbeit definiert.” 

Quiet Quitting bedeutet also nichts anderes, als das Arbeitende ihren “Dienst nach Vorschrift” und ganz nach geltender Arbeitsvereinbarung vollbringen, jedoch unbezahlte Überstunden, zusätzliche Aufgaben und Extrameilen bewusst ablehnen.

Und so wurde das Phänomen des
#quietquitting geboren.
 

Dieses Phänomen ist bei weitem keine Seltenheit: Laut einer Studie von Gallup ist bereits 50 % der
US-Belegschaft von Quiet Quitting betroffen, wobei der Anteil der aktiv unzufriedenen Mitarbeitenden auf weitere 18 % ansteigt.

Ein ähnliches Bild ist auch in Deutschland zu beobachten: Laut Gallup Engagement Index 2019 haben sich rund 69 % der Befragten für eine Arbeit nach Vorschrift, aber ohne Extrameile, entschieden. In diesem Fall kann der Trend leider nur nach oben gehen. Schlechte Nachrichten für Führungskräfte.

Eine Studie von Ricoh, die 1.000 Arbeitnehmende zu ihrem Arbeitsengagement befragt hat, zeigt ein weit entschärfteres Bild. Lediglich 4 % der Befragten gaben an, nur das Nötigste am Arbeitsplatz zu leisten. Der Wunsch nach mehr Kreativität, Inspiration und Anwechslung ist unter den Befragten jedoch groß.

Quiet quitting

Wann hat das begonnen und was führte dazu? 

Der starke Rückgang des Engagements am Arbeitsplatz lässt sich bis in die zweite Hälfte des Jahres 2021 zurückverfolgen. In derselben Umfrage führt Gallup dies auf eine Kombination aus unklaren Erwartungen an die Mitarbeitenden, begrenzte Lern- und Wachstumsmöglichkeiten, dem Gefühl, dass man sich nicht um sie kümmert, und der Fehlenden Verbindung zu Unternehmenszielen zurück. Das Gefühl der schwindenden Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist in der Generation Z und den jüngeren Millennials am stärksten ausgeprägt, da es bekanntermaßen schwieriger ist, diese Bevölkerungsgruppen für alte Arbeitsstrukturen zu gewinnen und zu binden.

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Wer trägt die Schuld daran? 

Aber wer ist daran schuld? Erwarten die Mitarbeitenden zu viel von ihrem Job? Oder ist die Quiet Quitting auf eine miserablen Führung zurückzuführen?

Die Wirtschaftspsychologin