Bildungscontrolling: So messen Sie den Erfolg von Weiterbildungsmaßnahmen in Ihrem Unternehmen

Weiterbildung und Personalentwicklung ist ein Teil der HR-Strategie, der derzeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Ziel ist es, die Leistung von Einzelpersonen und Gruppen zu verbessern, indem das Wissen kontinuierlich ausgebaut und Fähigkeiten stetig verbessert werden. Weiterbildungsprogramme unterstützen eine ganzheitlichere Talent Management-Strategie, indem sie die Produktivität steigern und das Employer Branding verbessern.

Der Markt für LMS und Lernplattformen boomt

Mit der Einführung von Cloud-Infrastrukturen stieg auch die Nutzung von Learning Management Systemen (LMS) an. Von der Einhaltung der Compliance-Richtlinien bis hin zum Sprachtraining im Unternehmen sind Fort- und Weiterbildungen ein Eckpfeiler der Personalstrategie vieler Unternehmen. Kein Wunder also, dass der globale LMS-Markt boomt. Im Jahr 2018 lag er bei über 5 Milliarden Dollar und wird in den nächsten Jahren sicherlich noch weiter steigen.

Effektivität von Weiterbildungsmaßnahmen

Weiterbildungsmaßnahmen kosten Unternehmen bis zu 13,5 Millionen US-Dollar pro 1.000 Mitarbeitende. Daher sollten Personalverantwortliche ihren Fokus auf die benötigten Fertigkeiten, die richtigen Tools und Prozesse zur Entwicklung ihrer Mitarbeitenden setzen. Wie aber soll das Ganze aussehen und wie ermittelt man möglichst effektive Maßnahmen?

Effektivität von Weiterbildungsmaßnahmen

Datenquellen: Kennzahlen des Bildungscontrollings

Eine effektive Weiterbildung steht im direkten Zusammenhang mit positiven Erfolgskennzahlen. Die Erfahrungen der Mitarbeitenden sind wichtig, wenn es um die effektive Nutzung eines LMS oder von Trainingsprogrammen geht. Daher kann die Kontrolle der folgenden Bildungscontrolling-Kennzahlen Unternehmen helfen, einen besseren Einblick in das Engagement und die Produktivität ihrer Mitarbeitenden zu gewinnen:

  • Bindungsrate der Mitarbeitenden
  • Zeit bis zur Produktivität nach Schulungen
  • Teilnahmequote bei Weiterbildungen
  • Leistungsdaten der Teilnehmenden

Solche Kennzahlen liefern ein grundlegendes Verständnis für die Mitarbeitenden in einem Unternehmen und zeigen, wie ein Weiterbildungsprogramm diese Werte unterstützt oder beeinträchtigt. HR-Experten und Expertinnen können auch steigendes Engagement, oder Leistungssteigerungen tracken und analysieren.

Erfolgskontrolle der Personalentwicklung: Kosten-Nutzen-Analyse

Weiterbildungsmaßnahmen kosten Geld. Daher sollten Teamleader mit einem durchdachten Bildungscontrolling den ROI einer Weiterbildungsmaßnahme messen, um seine Optionen zu bewerten. Um zu sehen, ob Maßnahmen wirtschaftlich sinnvoll sind, sollten Führungskräfte Umsatz und Kosten mit den prognostizierten Ergebnissen vergleichen.

Lohnen sich Maßnahmen nicht, können Sie in günstigere oder in komplexere Maßnahmen investieren. Für streng kalkulierende Unternehmen ist dies Balanceakt. In vielen Fällen bietet ein cloud-basiertes LMS, aufgrund seines kostengünstigen und skalierbaren Konzepts, eine wirtschaftlich attraktive Alternative. Kleinere Unternehmen können in Lösungen investieren, die mit ihrem Unternehmen und damit ihrem Budget wachsen. HR-Profis können so den ROI ihres aktuellen Projektes auf Basis eines Kosten-Nutzen-Modells berechnen. Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, sollte man sich die Weiterbildungsmaßnahmen genauer ansehen.

Bildungscontrolling schafft Transparenz

Transparent und eine etablierte Feedback-Kultur ist bei einer Erfolgsanalyse von Trainingsmaßnahmen sehr wichtig. Feedback führt zu verbesserten Prozessen, sei es durch die Bewertung eines bestimmten Programms, Tools oder durch eine informelle Umfrage, die an eine Abteilung oder einen bestimmten Kreis von Mitarbeitenden geschickt wird. In den seltensten Fällen funktonieren Maßnahmenauf Anhieb und ohne Nachbesserung. Das Einbeziehen der Teilnehmenden in solche Prozess trägt dazu bei, dass sie produktiv und motiviert bleiben.

Stellen Sie sicher, dass Sie konkrete, relevante Fragen stellen und die Teilnehmenden unmittelbar Gelegenheit haben, Fragen zu stellen oder Verbesserungsvorschläge zu machen. Auf diese Weise stellen sie sicher, dass sich intensiver Lernende mit Trainingsinhalten beschäftigen und konstruktives Feedback abgeben. So etwas dient nicht nur als Erfolgsfaktor, es liefert auch wertvolle Erkenntnisse, die helfen, Inhalte zu verbessern und einen personalisierten Lernprozess zu schaffen.

Instrumente des Bildungscontrolling: Datenerhebung und -bewertung

Instrumente des Bildungscontrolling: Datenerhebung und -bewertung

Der erste Schritt zur Erfolgskontrolle von Lernprozessen besteht in der Festlegung von Erfolgsfaktoren. Sobald diese Kennzahlen für die Personalentwicklung feststehen, ist es an der Zeit, eine Strategie für die Erfassung und Analyse von Daten zu entwickeln. Werfen wir einen Blick auf ein paar Methoden.

Die richtige HR-Software

Unterschiedliche Elemente, wie die oben genannten, können Probleme bei der Analyse und Organisation bereiten, wenn es darum geht, die Rentabilität eines unternehmensweiten Programms oder Systems zu bestimmen. Wenn es um Mitarbeitende geht, nutzen HR-Experten oft eine Vielzahl verschiedener Plattformen, um aussagekräftige Daten zu erhalten. Ein Großteil davon fällt unter den Deckmantel der Human Capital Management-Systeme, kurz HCM. Moderne HCM-Systeme können die Interessen, Fähigkeiten und Lücken einer gesamten Belegschaft bewerten und es Führungskräften und Weiterbildungsexperten und -Expertinnen ermöglichen, Einblick in die Durchführung von Maßnahmen zu gewinnen. Die Möglichkeit, jedes Detail zu prüfen, vom kleinsten Dateneintrag, bis hin zu Verhaltensmustern, erhöht die Wirksamkeit einer Weiterbildungsstrategie. Zusätzlich können angebundene Tools, Berichte und Grafiken auf Grundlage von Daten generieren, so dass die Verantwortlichen aussagekräftige Erkenntnisse gewinnen können.

Bewertung von Mitarbeitenden und Maßnahmen

In einem durchdachten und funktionierenden Bildungscontrolling sollten fortlaufend Bewertungen gemacht werden, d.h. vor, während und nach dem Training. Auf diese Weise bekommen Führungskräfte ein besseres Gespür dafür, wie ein Trainingsprogramm, das Engagement der Mitarbeitenden und die Produktivität im Arbeitsalltag beeinflusst. Dies ist ein guter Indikator für Bewertung von Trainingsmaßnahmen. Dafür gibt es einige wenige Methoden, die heute im Personalwesen verbreitet sind.

Das Kirkpatrick-Modell

Das Kirkpatrick-Modell ist eine strukturiertere Methode, um die Wirksamkeit eines Weiterbildungsprogramms zu bewerten. Es wurde in den 1950er Jahren entwickelt und ist das am weitesten verbreitete Trainingsbewertungsmodell der Welt. Das Kirkpatrick-Modell misst den Erfolg auf vier Ebenen:

Reaktion:

Der Grad, in dem die Teilnehmer die Weiterbildung als ansprechend, vorteilhaft und für ihre Arbeit relevant empfinden.

Lernen:

Der Grad, in dem die Teilnehmer die beabsichtigten Kenntnisse, Fähigkeiten, Selbstvertrauen und Engagement erlangen, basierend auf ihrer Teilnahme an einem Trainingsprogramm.

Verhalten:

Der Grad, in dem die Teilnehmer dieses Wissen anwenden, wenn sie wieder am Arbeitsplatz sind.

Ergebnisse:

Der Grad, in dem angestrebte oder positive Unternehmensergebnisse als Resultat eines Trainingsprogramms erzielt werden.

Das Kirkpatrick-Modell wurde für eine neue Generation der Weiterbildung überarbeitet und ist nach wie vor ein primäres Instrument, das sowohl von Personalverantwortlichen als auch von Trainingsexperten zur Erfolgskontrolle der Personalentwicklung genutzt wird.

Feedback-Tools:

Die Methodik des Kirkpatrick-Modells ist ehr aufschlussreich. Das Einbeziehen verschiedener Arten von Feedback, die in einer weniger formalen Umgebung gesammelt werden, kann aber dazu beitragen, eine ganzheitlichere Momentaufnahme einer Trainingsmaßnahme zu liefern. Tools wie SurveyMonkey oder Google Forms sind erschwinglich, einfach zu bedienen und ermöglichen es Führungskräften, Fragen an die individuellen Gegebenheiten anzupassen. Informationen aus diesen Quellen können in die jeweiligen HR-Plattformen importiert werden, mit denen Personalverantwortliche ihre Mitarbeitenden betreuen und so jederzeit Zugriff auf nützliche Daten haben.

Ein Blick in die Zukunft der Personalentwicklung

Die Beliebtheit von Unternehmenstrainings wird weiter zunehmen. Technologische Innovationen zielen darauf ab, Mitarbeitende und Unternehmen einen immer höheren Grad an Personalisierung und einen höheren ROI zu bieten. Mit zunehmender Komplexität von Weiterbildungsmaßnahmen werden auch die Analysen komplexer. Die Auswertung von Weiterbildungsmaßnahmen und deren Zielerreichung ist entscheidend für die Bewertung ihrer Auswirkungen auf die Unternehmensergebnisse.

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